• Geschiedenis

Flüchtlingslager

Nach der sogenannten „Reichskristallnacht” vom 9. auf den 10. November 1938 wollten viele Jüdinnen und Juden Deutschland schnellstmöglich verlassen. Aber nur wenige Länder waren bereit, jüdische Flüchtlinge aufzunehmen. Bis 1940 kamen ungefähr 10.000 in den Niederlanden an.

Die niederländische Regierung kam in den ersten Monaten des Jahres 1939 zu der Schlussfolgerung, dass der Aufenthalt der jüdischen Flüchtlinge in den Niederlanden lange dauern könnte. Eine Dauerregelung war unumgänglich. Der Innenminister schlug vor, ein zentrales Lager einzurichten.
Das Ergebnis war der Beschluss zum Bau eines Lagers auf einem Stück Heide in der Gemeinde Westerbork, in direkter Nähe des Dorfes Hooghalen. In einer Entfernung von 11 km von Assen, der Hauptstadt der Provinz Drenthe, entstand so das "Centrale Vluchtelingenkamp" (das Zentrale Flüchtlingslager). Das "Comité voor Bijzondere Joodse Belangen" sollte sich für die Kosten (über eine Million Gulden) verbürgen. Die erste Rate war 1941 fällig - Der Ausbruch des Krieges hat das verhindert. Die erste Gruppe von 22 Flüchtlingen kam am 9. Oktober 1939 im Lager an. Bis zum 10. Mai 1940 wuchs die Bevölkerung nur bis auf etwas mehr als 700 Menschen.

Als am 10. Mai 1940 die deutschen Truppen in die Niederlande einfielen, war der Schreck in Lager Westerbork groß. Die Bewohner flüchteten in einen bereitstehenden Zug, die aber nicht zur Küste gelangte, aber schließlich in Leeuwarden strandete. Nach einer ersten Aufnahme bei Familien in der friesischen Hauptstadt, wurden Ende Mai die Flüchtlinge ins Lager zurückgeschickt. Schon bald durften sie ohne Sondergenehmigung das Lager nicht mehr verlassen. Später mussten sich im Auftrag der deutschen Behörden auch andere deutsch-jüdische Flüchtlinge ins Lager begeben. Das Lager stand aber vorerst noch unter niederländischer Leitung.

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